Ein deutscher Titel für die Gold-Maria


Maria Weitzenbeck aus Luckenpaint behält in der Juniorenklasse die Nerven – und eine Nationalkaderschützin in Schach.
Von Josef Eder

  1. September 201812:48 Uhr

Maria Weitzenbeck hatte allen Grund zum Strahlen und zuhause in Luckenpaint einen liebevollen Empfang. Foto: J. Weitzenbeck

 

THALMASSING.Der Weg in Luckenpaint, einem Ortsteil von Thalmassing, war gut beschildert. „Zu unsra Deutschen Meisterin Maria“ stand mit Kreide in unterschiedlichen Farben auf der Straße geschrieben – und das i-Tüpfelchen auf Maria war als Herzchen gemalt. Am Zaun hing ein Schild mit „Gold Maria“. Den liebevollen Empfang hatte Johanna Weitzenbeck aus triftigem Grund organisiert: Die ältere Schwester hatte in München-Hochbrück bei den deutschen Meisterschaften mit dem Luftgewehr in der Junioren-Klasse den Titel gewonnen.

Im Vorkampf hatte Weitzenbeck mit 413,8 Ringen noch auf Rang vier gelegen. Im Finale trumpfte sie groß auf: Nerven? Fehlanzeige. Nachdem Qualifikationsdurchgang lag Lisa-Marie Haunerdinger aus Pobenhausen (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) mit viel Konstanz in den vier Durchgängen und 418 Ringen noch an der Spitze. Weitzenbeck ließ im Shootout nichts anbrennen.

 

Die 2. Liga mit Gmütlichkeit zählt

  • Reaktion:

„Ich war nach dem letzten Schuss so fertig, dass ich den Sieg gar nicht wahrnahm“, berichtet Maria Weitzenbeck. „Erst als mir meine Konkurrentinnen gratulierten, war mir klar, was ich geschafft habe“, erzählt die junge Schützin.

 

  • Ziel:

Heimtrainer Peter Trägner, der zugleich Trainer des Schützenbezirkes Oberpfalz im bayerischen Sportschützenbund (BSSB) ist, ist begeistert vom Ergebnis. Das nächste Ziel ist, dass Weitzenbeck mit ihrem Team Gmütlichkeit Luckenpaint ein zweites Jahr in der 2. Bundesliga die Liga hält.

 

Dann kam Weitzenbeck immer besser in Fahrt. Nach den ersten fünf Schüssen führte sie mit 51,5 Ringen vor Sara Lechner (51,3) und Haunerdinger (51). Auch nach zehn Schüssen hatte genau diese Reihenfolge noch Bestand und die Erstplatzierte trennten 0,8 Ringe von der Dritten. Doch es wurde immer knapper. Nach zwölf Schüssen standen für Weitzenbeck und die spätere zweitplatzierte Lechner (ebenfalls Pobenhausen) 123,6 Ringe auf der Anzeigetafel – und Haunerdinger ging mit 123,7 in Führung.

 

 

Es wurde immer knapper

Weitzenbeck (144,7) aber legte im weiteren Verlauf erneut vor und schien Lechner (143,8) und Haunerdinger (143,9) wieder auf Distanz zu halten bzw. sie abzuschütteln. Nach Schuss sechszehn war der Vorsprung auf Lechner und Haunerdinger auf 0,9 ausgebaut. Doch die Top-drei-Spitzenschützinnen wankten zeitweise immer wieder. Die Schüsse lagen zwischen einer 9,3 und 10,9. „Ich war im Tunnel und habe nichts, naja fast nicht mitbekommen, was meine Gegnerinnen erzielten“, schildert Maria Weitzenbeck ihr Wettkampfgefühl. „Meine 9,3 bei Schuss 22 wurmte mich. Lechner kam wieder heran. Meine 226,8 standen gegen ihre 225,7. Haunerdinger schied mit 225,3 aus.“

247,5 – das goldene Endresultat

Und es wurde noch knapper, weil Lechner einer 10,3 von Weitzenbeck eine 10,7 entgegensetzte. Der letzte Schuss war reine Nervensache und fiel zeitgleich. Bei Weitzenbeck leuchtete die 10,4 und das goldene Endresultat 247,5 auf. Lechner patzte mit einer 9,5, was ein Gesamtresultat von 245,9 Ringen und den Silberplatz bedeutete. Die Nationalkaderschützin Haunerdinger gewann im Duell der bayerischen Schützinnen Bronze und ist derzeit bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Changwon unterwegs.

Danach war die Luft bei Maria Weitzenbeck ein wenig raus. Die 20-Jährige war schon vor zwei Jahren deutsche Meisterin, nahm für ihre Ausbildung als Inspektorenanwärterin im Amt für Familie und Soziales in Regensburg in Kauf, aus dem deutschen C-Kader gestrichen zu werden und reduzierte auch das Training auf nur zweimal wöchentlich. Mit dem Kleinkalibergewehr 3 x 20 Schuss (liegend, Kniend, stehend) kam sie mit 565 Ringen Platz 20 heraus. Im liegenden Kleinkalberwettbewerb reichte es zu Platz fünf für Maria Weitzenbeck.